Scheidung und Sorgerecht: Social-Media-Beweise für das Familiengericht sichern
Beiträge, Fotos und Nachrichten können in Scheidungs-, Unterhalts-, Sorge- und Umgangsverfahren als Beweis dienen, verschwinden aber oft, sobald der Partner merkt, dass sie relevant sind. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie sie 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz rechtmäßig sichern, etwa mit ProofSnap, und was Sie dabei nicht tun dürfen.
Kurz gesagt
- 1. Sagen Sie Ihrem Partner nicht, dass Sie Beweise sammeln.
- 2. Sichern Sie nur, was öffentlich sichtbar ist oder an Sie selbst gesendet wurde.
- 3. Erfassen Sie Beiträge, Profile und Chats forensisch, mit Seiten-HTML, Metadaten und Hashwerten, statt nur Screenshots zu machen.
- 4. Ordnen Sie die Erfassungen nach Themen und übergeben Sie sie Ihrem Anwalt.
So sieht ProofSnap aus
In der Seitenleiste der Erweiterung starten Sie die Erfassung, etwa eines Facebook-Profils oder eines WhatsApp-Web-Chats.
Was Sie vor der Erfassung entscheiden
- Seiten-Schnappschuss erstellen
- Erfasst die Seite als Ganzes, etwa ein Profil oder einen Chatverlauf, und erzeugt das Beweispaket mit Hashwerten und Signatur.
- Beweissprache
- Bestimmt die Sprache des Beweis-PDFs. Für ein deutschsprachiges Gericht wählen Sie Deutsch, auch bei einer englischsprachigen Seite.
- Videoaufzeichnung
- Zeichnet den Erfassungsvorgang als Video auf.
- Qualifizierter eIDAS-Zeitstempel
- Verfügbar in den Tarifen Enterprise und Company sowie mit dem eIDAS SnapPack. Der Zähler zeigt die verbleibenden Zeitstempel.
1. Warum Social-Media-Beweise im Familienrecht zählen
Beiträge können zeigen, was eine Partei vor Gericht anders darstellt: einen Lebensstil, der nicht zum angegebenen Einkommen passt, einen neuen Partner in der gemeinsamen Wohnung oder Verhalten, das für das Kindeswohl von Bedeutung ist. Wer vor Gericht Bedürftigkeit oder fehlende Leistungsfähigkeit behauptet und gleichzeitig Urlaube und Neuanschaffungen zeigt, liefert der Gegenseite Stoff für Nachfragen.
Das Problem ist die Zeit. Instagram-Stories laufen nach 24 Stunden ab, Profile werden bereinigt, Beiträge gelöscht, sobald der Partner merkt, dass sie relevant sind.
Öffentliche Beiträge sind im Familienrecht grundsätzlich verwertbar. Ob ein Beweis im Einzelfall verwertet werden darf, entscheidet das Gericht in einer Abwägung zwischen Wahrheitsfindung und Persönlichkeitsrecht.
So sieht ein Beweispaket aus
Laden Sie ein echtes Beweispaket herunter, so wie ProofSnap es als ZIP-Datei erzeugt. Oder senden Sie eine URL an support@getproofsnap.com, und wir erfassen sie kostenlos für Sie.
Musterpaket herunterladen2. Screenshot oder forensische Erfassung
Ein Screenshot ist als Beweismittel zulässig. Bestreitet die Gegenseite, dass er echt ist, fehlt ihm aber alles, was die Echtheit stützen könnte: kein Quelltext, keine Metadaten, kein belastbares Datum. Das Gericht würdigt ihn frei, und sein Gewicht sinkt mit jedem begründeten Zweifel.
| Merkmal | Screenshot | Forensische Erfassung |
|---|---|---|
| Änderungen erkennbar | Nein | SHA-256-Hashwert für jede Datei |
| Zeitpunkt | Dateidatum, änderbar | Bitcoin-Zeitstempel ab dem Tarif Professional, qualifizierter eIDAS-Zeitstempel mit Enterprise, Company oder eIDAS SnapPack |
| Metadaten | Keine | URL, HTTP-Header, Cookies, Zeitzone |
| Quelltext | Nicht enthalten | Seiten-HTML gespeichert |
| Beweiskette | Keine | chain_of_custody.json und forensic_log.json |
3. Sieben Arten von Beweisen
1. Untreue
Aktive Dating-Profile, gemeinsame Fotos, Check-ins. In Deutschland und der Schweiz spielt Verschulden für die Scheidung keine Rolle; für den Unterhalt spielt Fehlverhalten nur in Ausnahmefällen eine Rolle. In Österreich kann das Verschulden an der Scheidung den Unterhalt beeinflussen.
2. Verschwiegenes Vermögen und Einkommen
Beiträge über Luxuskäufe, Reisen oder ein neues Unternehmen, die nicht zu den Angaben im Verfahren passen. Auf LinkedIn und Xing zeigen sich neue Tätigkeiten oft zuerst. Mehr dazu im OSINT-Leitfaden.
3. Verhalten, das das Kindeswohl berührt
Beiträge über Alkohol- oder Drogenkonsum während der Betreuungszeit, riskante Situationen mit den Kindern oder deren Zurschaustellung in sozialen Medien.
4. Drohungen und Beleidigungen
Nachrichten, die Ihnen geschickt wurden, etwa über WhatsApp Web oder den Messenger. Sie können für gerichtliche Schutzmaßnahmen und Sorgerechtsfragen wichtig sein. Siehe auch Cybermobbing und Stalking.
5. Neue Lebensgemeinschaft
Gemeinsame Standort-Posts, Fotos aus derselben Wohnung, ein geänderter Beziehungsstatus. Eine verfestigte Lebensgemeinschaft kann den nachehelichen Unterhalt beeinflussen.
6. Widersprüche zu Angaben im Verfahren
Wer erwerbsunfähig sein will und beim Skifahren postet, oder wer angeblich nie trinkt und jeden Freitag in der Bar eincheckt.
7. Herabsetzung des anderen Elternteils
Beiträge, die den anderen Elternteil schlechtmachen oder die Kinder in den Konflikt ziehen.
4. Schritt für Schritt sichern
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1. Den Partner nicht warnen
Reagieren Sie nicht auf seine Beiträge, erwähnen Sie nichts gegenüber gemeinsamen Freunden und konfrontieren Sie ihn nicht. Erst sichern, dann reden.
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2. Plattformen auflisten
Facebook, Instagram, TikTok, X, LinkedIn, Xing, Dating-Apps mit Web-Version und Ihre eigenen Chats über WhatsApp Web oder den Messenger.
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3. Nach Dringlichkeit erfassen
Zuerst Stories und andere zeitlich begrenzte Inhalte, dann Dating-Profile, belastende Beiträge, Nachrichten an Sie und zuletzt Profilseiten mit Beziehungsstatus und Bio.
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4. Nach Themen ordnen
Etwa Untreue, Vermögen, Kindeswohl, Drohungen und Lebensgemeinschaft. Das erleichtert Ihrem Anwalt die Arbeit.
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5. An den Anwalt übergeben
Übergeben Sie die ZIP-Dateien. Das Beweis-PDF im Paket ist ohne technische Kenntnisse lesbar, die übrigen Dateien lassen sich im Vertrauens-Verifizierer prüfen.
5. Was Sie nicht tun dürfen
- Nicht in fremde Konten einloggen und keine Spähsoftware installieren. Wer unbefugt eine Zugangssicherung überwindet, um an Daten zu kommen, die nicht für ihn bestimmt sind, macht sich nach § 202a StGB strafbar. Österreich und die Schweiz stellen den unbefugten Zugriff ebenfalls unter Strafe. Zudem riskieren Sie, dass die so gewonnenen Beweise nicht verwertet werden.
- Keine Gespräche heimlich aufnehmen.
- Keine gefälschten Konten anlegen, um an private Profile zu kommen.
- Beweise nicht öffentlich teilen und nicht bearbeiten. Keine Rache-Posts, keine zugeschnittenen Screenshots. Teilen Sie Beweise nur mit Ihrem Anwalt.
6. Wenn Ihr Partner Beiträge löscht
Entscheidend ist, dass Sie zeigen können, was vorher dort stand.
Ist schon etwas verschwunden:
- 1. Sichern Sie sofort, was noch sichtbar ist.
- 2. Suchen Sie das Profil in der Wayback Machine und erfassen Sie archivierte Fassungen.
- 3. Sichern Sie Nachrichten, die an Sie gesendet wurden. Sie sind in Ihrem Konto oft noch vorhanden.
- 4. Informieren Sie Ihren Anwalt über die Löschung.
7. Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz
In allen drei Ländern würdigt das Gericht Beweise frei. In Verfahren, die Kinder betreffen, ermittelt es zudem von Amts wegen.
Deutschland
Geschieden wird, wenn die Ehe gescheitert ist, in der Regel nach einem Trennungsjahr. Verschulden spielt dafür keine Rolle.
Österreich
Neben der einvernehmlichen Scheidung kennt das Recht die Scheidung wegen Verschuldens, das auch den Unterhalt beeinflussen kann.
Schweiz
Elektronische Dateien zählen zu den Urkunden. Die eIDAS-Verordnung gilt nicht, qualifizierte Zeitstempel regelt das ZertES.
Für qualifizierte elektronische Zeitstempel gilt vor Gerichten in der EU nach Art. 41 Abs. 2 der eIDAS-Verordnung die Vermutung der Richtigkeit von Datum und Uhrzeit und der Unversehrtheit der Daten. Auf die Wahrheit des erfassten Inhalts erstreckt sie sich nicht. Qualifizierte Zeitstempel bezieht ProofSnap von Disig a.s., einem qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter auf der EU-Vertrauensliste.
8. Für Anwälte: typische Einwände
„Der Screenshot könnte gefälscht sein.“
Es liegt nicht nur ein Bild vor, sondern die Seite mit Quelltext und Metadaten. Für jede Datei ist ein SHA-256-Hashwert berechnet und das Manifest signiert, nachträgliche Änderungen wären erkennbar.
„Wann soll das gewesen sein?“
Der Bitcoin-Zeitstempel belegt, dass das Paket spätestens zum Zeitpunkt der Verankerung existierte. Mit einem qualifizierten eIDAS-Zeitstempel gilt vor Gerichten in der EU zusätzlich die gesetzliche Vermutung für Datum und Uhrzeit.
„Können wir das selbst prüfen?“
Ja. Die Gegenseite erhält das vollständige ZIP-Paket. Den Bitcoin-Zeitstempel kann jeder auf opentimestamps.org prüfen, die Prüfskripte im Paket laufen ohne Verbindung zu ProofSnap.
9. Was ProofSnap kostet
Abgerechnet wird in US-Dollar. Die Eurobeträge sind gerundete Richtwerte (Stand August 2026).
| Tarif oder Paket | Preis | Enthält |
|---|---|---|
| Standard SnapPack | 4,99 USD (ca. 4,30 EUR) für 10 Erfassungen, unbefristet gültig | Für einzelne Fälle, ohne Abo |
| Essential | 8,99 USD pro Monat (ca. 7,80 EUR) oder 80 USD pro Jahr (ca. 69,60 EUR) | Hashwerte, Signatur und Beweiskette |
| Professional | 16,99 USD pro Monat (ca. 14,80 EUR) oder 160 USD pro Jahr (ca. 139,20 EUR) | Zusätzlich der Bitcoin-Zeitstempel (OpenTimestamps) |
| Enterprise | 28,99 USD pro Monat (ca. 25,20 EUR) oder 280 USD pro Jahr (ca. 243,60 EUR) | Zusätzlich qualifizierte eIDAS-Zeitstempel und eigenes Branding im Beweis-PDF |
| Company | 18,99 USD pro Nutzer und Monat (ca. 16,50 EUR) | Für Teams mit mehreren Bearbeitern |
| eIDAS SnapPack | 6,99 USD (ca. 6,10 EUR) für 1 Zeitstempel, 24,99 USD (ca. 21,70 EUR) für 5, 49,99 USD (ca. 43,50 EUR) für 10 | Qualifizierte Zeitstempel ohne Enterprise-Abo |
| Video SnapPack | 24,99 USD (ca. 21,70 EUR) für 1 Video, 59,99 USD (ca. 52,20 EUR) für 3, 169,99 USD (ca. 147,90 EUR) für 10 | Längere Videoaufzeichnungen, mit je einem eIDAS-Credit |
Credits aus eIDAS SnapPacks und Video SnapPacks sind 12 Monate gültig, Credits aus dem Standard SnapPack verfallen nicht.
Kreditkarte erforderlich. Ohne Abo: Standard SnapPack für 4,99 USD (ca. 4,30 EUR).
10. Häufige Fragen
Mein Partner löscht Beiträge. Was soll ich tun?
Sichern Sie sofort alles, was noch sichtbar ist, und informieren Sie Ihren Anwalt.
Ist es erlaubt, die öffentlichen Beiträge meines Partners zu sichern?
Ja. Öffentlich sichtbare Beiträge und Nachrichten, die an Sie gesendet wurden, dürfen Sie sichern. Loggen Sie sich aber nie ohne Erlaubnis in fremde Konten ein, das kann strafbar sein.
Darf ich das Dating-Profil meines Partners erfassen?
Ja, wenn Sie es über Ihr eigenes Konto sehen, etwa in der Web-Version der App. Legen Sie keine gefälschten Konten an, um es zu finden.
Wie belege ich verschwiegenes Vermögen über Social Media?
Sichern Sie Beiträge über Käufe, Reisen und neue Tätigkeiten, die nicht zu den Angaben im Verfahren passen, auch auf LinkedIn und Xing. Die Einordnung übernimmt Ihr Anwalt.
Gilt ein Screenshot im Familienrecht als Beweis?
Ja, das Gericht würdigt ihn frei. Bestreitet die Gegenseite die Echtheit, fehlt einem Screenshot aber jeder Beleg dafür. Eine forensische Erfassung mit Quelltext, Metadaten und Hashwerten ist dafür deutlich besser gerüstet.
Kann mein Partner behaupten, meine Beweise seien ein Deepfake?
Behaupten ja. Eine forensische Erfassung enthält aber neben dem Bild den Quelltext der Seite, Metadaten und ein Herkunftszertifikat mit den Prüfungen der Erfassungsumgebung. Das gibt dem Gericht konkrete Anhaltspunkte, an denen sich der Einwand messen lassen muss.
Das Profil meines Partners ist privat. Was kann ich tun?
Sichern Sie, was öffentlich sichtbar ist, etwa Profilbild, Bio und öffentliche Kommentare auf anderen Seiten, sowie Nachrichten an Sie. Private Inhalte dürfen Sie sich nicht durch fremde Zugänge verschaffen.
Versteht mein Anwalt das Format der Beweispakete?
Ja. Jedes Paket enthält ein lesbares Beweis-PDF. Die übrigen Dateien mit Hashwerten und Signatur sind für den Fall gedacht, dass die Gegenseite die Echtheit bestreitet.